EMK Zürich 4 feierte hohen Geburtstag
100 Jahre sind für eine Kirche gewiss kein Alter, sozusagen erst die frühen Kinderjahre, und doch ein Grund zum Feiern, den man als Gemeinde in der aktuellen Zusammensetzung wohl nur einmal erlebt. Und so feierte auch die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) Zürich 4 am 29. August 2010 mit einem Festgottesdienst, einem Mittagessen und einem gemeinsamen Nachmittag.
Die ganzen 100 Jahre in der EMK im Zürcher Kreis 4 hat zwar niemand miterlebt, aber bald 90 schon. Auf der anderen Seite war auch das Bébé am 100-Jahr-Jubiläum dabei, das erst gerade am 1. August dieses Jahres zur Welt gekommen ist. Eine ganz schöne Bandbreite!
Die Predigt im Gottesdienst hielt Pfarrer Christoph Schluep zum Philipperhymnus in Phil 2,5ff: „Es gibt nur eine Richtung: abwärts!“ Die zugegebenermassen etwas steile These forderte zum Niedergang auf, denn „wer dort sein will, wo Gott ist, muss hinuntersteigen zu den Armen, Kranken, Alten, Kindern. Denn dort, und gerade dort, ist Gott. Verzücktes Blinzeln in Richtung Himmel findet Gott nur bedingt.“ Solche Worte sind zuweile etwas harte Kost, doch sie bringen auf den Punkt, was diese letzten 100 Jahre für die Gemeinde bedeuten: Kirche im Rotlichtmilieu muss für die Menschen da sein, die zuunterst leben. Und dies gilt auch für Feiertage, denn auf jeden Sonntag folgt wieder der Montag, selbst im 101. Jahr.
Ein Team aus Menschen am Rande unserer Gesellschaft kochte ein einfaches Mittagessen, und so wurden am Festtag einmal mehr die Rollen getauscht: Nicht die Gesunden kochten für die Kranken, sondern umgekehrt, und es fanden Begegnungen auf Augenhöhe statt, die sonst eher selten sind. Die Arbeit der EMK Zürich 4 im Quartier fokussiert auf solche Begegnungen, und sie sollen auch an Jubiläen stattfinden – dann erst recht!
Da das Wetter sich von der freundlichen Seite zeigte, konnte das Fest auf der Stadtwiese vor der Kirche gefeiert werden, und so mischten sich auch Menschen ausserhalb der Kirche unter die EMK-Mitglieder und -Freunde, allen voran die Kinder, denen es egal ist, wer die Hüpfburg aufgestellt hat. Jemand wollte sogar einen Beitrag leisten und etwas spenden...
Als Kirchgemeinde sieht die EMK Zürich 4 froh und getrost der Zukunft entgegen: "Solange wir den Auftrag ernst nehmen, für die Menschen am Rande der Gesellschaft da zu sein, wird es immer einen EMK Zürich 4 geben, immer Gottesdienste, immer gemeinsame Essen, immer lachende Kinder und Alte, die ihnen zuschauen und an früher denken. Solange wir das machen, wofür Jesus uns ausgewählt hat, wird auch sein Segen sichtbar unter uns sein", sagt Christoph Schluep dazu.
Autor: Christoph Schluep


